Aus unseren Reihen stellt sich vor…

Neu geben wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit den eigenen Hof, das Hobby oder das zweite Standbein einem breiten Publikum, potentiellen Neukunden und Interessierten vorzustellen. Dies soll anhand eines kleinen Porträts geschehen. In losen Abständen kann sich jemand vorstellen. Der Text muss nicht selbst geschrieben werden, wir unterstützen Sie dabei. Wir berücksichtigen auch saisonale Abhängigkeiten und werden das Porträt einer Landfrau die Adventskränze verkauft natürlich nicht im Mai aufschalten. Der Text wird minimal 3 Monate als Hauptporträt auf der Seite der Mitgliederporträts aufgeschaltet sein und wird danach ins Archiv der Mitgliederporträts verschoben.

Wie bereits erwähnt, kann jedes Mitglied diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Das Coiffeur-Geschäft, der Hofladen oder die selbstgemachten Schnitzereien können genauso präsentiert werden wie die Info über Karten-Bastel-Kurse oder Kräuterkunde-Workshops.

Dieses Angebot offerieren wir Ihnen kostenfrei. Zudem bieten wir Ihnen auch die Verlinkung auf Hof-, Geschäfts- oder Hobby-Webseite an.

Natürlich stellen wir alle Mitglieder gerne vor… Unabhängig von etwaigen Geschäfts-Zweigen.

Im Archiv finden Sie auch früher präsentierte Porträts – lassen Sie sich inspirieren und melden Sie sich gerne bei uns.

Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme am Vereinsleben – online und offline!

Mitgliederporträts

Manuela Studer – eine Frau auf Mission….der Schmetterlingsmission

Sie hat eine Mission, nein, sie hat eben viele Missionen und erledigt diese auch pflichtbewusst und mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Mir kam sie vor wie ein Schmetterling, welcher von Blüte zu Blüte fliegt, den Job macht, dabei immer Gutes tut und Freude und liebevolle Gefühle verbreitet.

Und DAS soll jetzt die «Kehrseite der Medaille» sein? Ihr erinnert Euch an das letzte Porträt von Bea Buess, die Einsatzkoordinatorin bei der Landfrauenhilfe (LFH)? Heute lernen wir eben die andere Seite kennen.

Manuela Studer. Als Bauernkind aufgewachsen, liebt sie die Natur, wandert gerne und übernachtet mit Mann und den beiden Kindern (Laura und Miro) lieber im Camper als im Hotel. Funfact: die Spinnen im Camper muss ihr Mann wegräumen, diese Mitbewohner findet Manuela gruselig. Sie hätte da schon eher Freude an einer Giraffe – die grossen Tiere mochte sie schon immer. Sie backt auch leidenschaftlich gerne und gut (die Nachbarschaft weiss dies auch sehr zu schätzen) und verbringt die Zeit lieber mit einem guten Sachbuch als dem Handy.

Seit 2019 ist sie bei der LFH angestellt, aber erst seit 2022 auch im Bäuerinnen- und Landfrauenverein mit dabei. Die spannenden Kurse, tollen Ausflüge und die gute Kameradschaft haben – nebst der für sie sehr sinnvollen und bereichernden LFH-Tätigkeit – den Ausschlag dazu gegeben.

Sie war nahezu 20 Jahre im Berufsleben und genoss danach ihre Mutterschaft. Nach der Geburt ihrer Tochter Laura im Jahr 2007 und ihres Sohnes Miro im Jahr 2010 und den darauffolgenden «Kinderjahren» suchte Manuela im 2019 wieder den Einstieg ins Berufsleben. «Flexibel sollte der Job sein und ich möchte eine sinnvolle Tätigkeit machen»…so die Worte zu einer guten Freundin. Da stiess sie offene Türen ein, denn die gute Freundin hiess Bea Buess.

Es war im Januar 2019 als Manuela ihren ersten Hof-Einsatz hatte. Eine Frau brauchte Hilfe im Haushalt, weil sie von einem Lama buchstäblich über den Haufen gerannt wurde. Manuela arbeitete während 6 Monaten immer 2x pro Woche bei dieser Familie. Die Tätigkeiten waren so vielseitig wie es ein Haushalt eben bietet und genau das gefällt Manuela.

Immer weitere Einsätze kamen dazu. Sie entscheidet sich für die Aufträge, welche für sie als Mami und Hausfrau in die Woche passen. So nimmt sie Einsätze während den Unterrichtszeiten der Kinder an und schaut, dass sie abends zuhause sein kann. Die Einsatzorte möchte sie – wenn möglich – mit dem Fahrrad erreichen. Das bringt zwei hilfreiche Aspekte mit sich. Erstens hat sie so direkt ihr Fitnessprogramm absolviert und Manuela kann die Fahrt nutzen um abzuschalten und den Arbeitseinsatz abzuschliessen. Denn diese Einsätze sind für Manuela auch Einblicke in Geschichten und Schicksale – und somit nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen.

So gibt es auch mal die eine oder andere Situation, welche für Manuela schwierig ist. Ihre offene und herzliche Art ermöglicht es ihr jedoch, dass sie die Einsätze gut meistert, sich einbringt und doch abgrenzen kann und für die Familien so eine wichtige Hilfe ist. Für «mimimimimiii» bleibt da keine Zeit. Wenn sie allerdings ein Anliegen hat, kann sie immer bei der Einsatzkoordinatorin Bea Buess anklopfen. Manuela betont, dass es sehr hilfreich ist, dass Bea rasch und unkompliziert nach Lösungen sucht und die Mitarbeiterinnen der LFH hätten mit ihr einen richtigen und wichtigen Rückhalt. Durch dieses tolle Miteinander, geben sich die Frauen auch gerne mit ein und konnten in den vergangenen Jahren das eine oder andere optimieren.

Die grösste Herausforderung – nebst den teils schweren familiären Situationen – beschreibt Manuela mit der Umstellung pro Auftrag. So kann es sein, dass sie am Vormittag bei einer Frau arbeitet und es da (aufgrund einer Krankheit) eher ruhig und still ist und am Nachmittag kommt sie ins Tohuwabohu einer
x-köpfigen Familie. Zudem unterliegt sie der Schweigepflicht und musste einen Weg finden, um das Erlebte zu verarbeiten und doch Mann und Kinder dabei nicht zu belasten. Da hilft eben das Fahrrad. Symbolisch stellt sie so die Geschichten mit dem Velo in der Garage ab und ist voll und ganz für ihre Familie da.

Manuela hat auch gelernt, dass eine Arbeit auf ganz unterschiedliche Art und Weise erledigt werden kann und es auch OK ist. Sie richtet sich da nach den Wünschen und Vorstellungen der Familie und nimmt sich dabei zurück. Auch über Flexibilität kann sie ein Liedchen singen. Da wird kommuniziert, dass ein Einsatz im Garten ansteht (Manuela packt die Gummistiefel ein) und als sie ankommt erfährt sie, dass unbedingt Lindenblüten geerntet werden müssen. Ja, es braucht Flexibilität, doch genau das macht die Aufträge so abwechslungsreich und spannend.

Sie arbeitet zwischen 15 und 60 Stunden pro Monat, je nach Auftragslage. Einmal hatte sie 5 verschiedene Aufträge in 4 Familien. Der längste Job hatte sie während rund 2 Jahren (1x pro Woche) und der kürzeste ging gerade mal 2 Wochen. Das war jedoch ein Fall, aus welchem dann eine Prozessoptimierung bei den LFH hervor ging. Die Philosophie der LFH ist ja, dass sie Arbeiten übernimmt bei Frauen die – aufgrund einer OP, einer Krankheit, einer Schwanger- oder Mutterschaft – Hilfe benötigen und nicht, weil sie eine Putzfrau möchten. So hat Manuela diesen Auftrag nicht weiter ausgeführt und sie werden – dank der neuen Auftragsanalyse – künftig solche Fälle frühzeitig erkennen und ablehnen, denn sie wollen für die wirklich wichtigen Einsätze Kapazitäten haben.

So zum Beispiel, als sie – aufgrund der Intensität – abwechselnd zu dritt eine Frau durch die Tage begleitet haben. Die Zeit während der schweren Krankheit hat natürlich alle drei sehr betroffen gemacht. Doch sie haben auch viel mitnehmen dürfen. Unter anderem auch die Erkenntnis, dass «da sein» eine wertvolle Tätigkeit ist und man mit Vorlesen genau das Richtige tut. Übrigens ist der erstandene Camper von Manuela und ihrer Familie eine Folge dieser intensiven Zeit. Durch Gespräche mit der Auftraggeberin wurde ihr einmal mehr bewusst, wie fragil unser Leben ist und dass wir solche Absichten nicht zu lange vor uns herschieben sollten. Eine Entscheidung die sie nie bereute und so auch die Auftraggeberin in dankbarer Erinnerung behält.

Mit vielen Familien haben sich teils schöne Bekanntschaften, wenn nicht sogar Freundschaften entwickelt. Der schönste Dank sei sowieso, wenn eine Familie eine Einsatzkraft braucht und ausdrücklich nochmals nach ihr frage. Da habe sie wohl vieles richtig gemacht.

Wir erkennen nun, dass es wirklich zwei goldene und glänzende Seiten der LFH-Medaille gibt! Mögen die Schmetterlinge noch lange ihre wertvolle Arbeit verrichten, Gutes tun, Freude verbreiten und damit ein wichtiger Teil des Bäuerinnen- und Landfrauenvereins sein.

Text: D. Steiner www.oxygono.ch

06.12.2022

Aus unseren Reihen stellte sich bereits vor…