Aus unseren Reihen stellt sich vor…

Neu geben wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit den eigenen Hof, das Hobby oder das zweite Standbein einem breiten Publikum, potentiellen Neukunden und Interessierten vorzustellen. Dies soll anhand eines kleinen Porträts geschehen. In losen Abständen kann sich jemand vorstellen. Der Text muss nicht selbst geschrieben werden, wir unterstützen Sie dabei. Wir berücksichtigen auch saisonale Abhängigkeiten und werden das Porträt einer Landfrau die Adventskränze verkauft natürlich nicht im Mai aufschalten. Der Text wird minimal 3 Monate als Hauptporträt auf der Seite der Mitgliederporträts aufgeschaltet sein und wird danach ins Archiv der Mitgliederporträts verschoben.

Wie bereits erwähnt, kann jedes Mitglied diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Das Coiffeur-Geschäft, der Hofladen oder die selbstgemachten Schnitzereien können genauso präsentiert werden wie die Info über Karten-Bastel-Kurse oder Kräuterkunde-Workshops.

Dieses Angebot offerieren wir Ihnen kostenfrei. Zudem bieten wir Ihnen auch die Verlinkung auf Hof-, Geschäfts- oder Hobby-Webseite an.

Natürlich stellen wir alle Mitglieder gerne vor… Unabhängig von etwaigen Geschäfts-Zweigen.

Im Archiv finden Sie auch früher präsentierte Porträts – lassen Sie sich inspirieren und melden Sie sich gerne bei uns.

Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme am Vereinsleben – online und offline!

Mitgliederporträts

Bea Buess – «geht nicht, gibt’s nicht» ist bei ihr keine Floskel

Bevor ich hier Bea Buess näher vorstelle, möchte ich euch teilhaben lassen an einer Sensation. Ja, wirklich! Denn ihr werdet Teil einer Entdeckung. Eine Entdeckung, von der man bisher behauptete, dass es so etwas nicht gibt. Doch die Landfrauen beider Basel werden uns eines Besseren belehren! Die Menschheit ging bis heute davon aus, dass es zwei Seiten einer Medaille gibt. Ok, das können wir noch so stehen lassen. Bei den Landfrauen gibt es jedoch keine «Kehrseite der Medaille»! Hier sind beide golden, glänzend und wertvoll. Die eine Seite der Medaille stellen wir heute vor und wer die andere Seite auch kennenlernen möchte, schaut am besten immer wieder auf der Webseite vorbei oder verlinkt sich mit den Landfrauen auf Social Media, denn das nächste Porträt beschreibt die andere Seite der Medaille.

Obwohl Bea Buess als Bauernkind aufwuchs, kam ihr Berufsleben erst mit der Heirat eines Bauern in sogenannt bäuerliche Gefilde. Mit der täglichen Arbeit auf dem Hof und einer eigenen Bauernhofspielgruppe intensivierte sich das Interesse für die Landwirtschaft. Bei den Bäuerinnen- und Landfrauen beider Basel ist sie seit 2009. Da noch eher passiv. Doch aufgrund der Ausbildung zur Bäuerin mit Fachausweis (Abschluss im Rang im Jahr 2012), gab es immer mehr Themen, die sie beschäftigten und zu denen sie bei den Landfrauen auch Infos und Antworten fand.

Im Sommer 2017 veränderte sich das Leben von Bea und ihrer beiden Kinder (heute ein 11-jähriger Sohn und eine 13-jährige Tochter) drastisch. Doch «aufgeben» steht ja nicht im Lexikon von Bea…sie lebte schon damals die Devise «geht nicht, gibt’s nicht». So strudelte und ruderte sie, kämpfte, war eine enorm wichtige Stütze für ihre Kinder und bekam bald wieder Oberwasser. Sie bauten sich Schritt für Schritt ein neues Leben auf. Dazu kam auch ein intensiveres Engagement bei den Bäuerinnen- und Landfrauen. Mit ihrer Vorgeschichte wusste sie genau, dass sie sich sehr gerne für das Fortbestehen, die Wertschätzung und die Sichtbarkeit der Landfrauenhilfe (LFH) einsetzen will.

Bea Buess kam 2018 in den Vorstand und übernahm die Koordination der Landfrauen-Einsätze. Neun Angestellte arbeiten in Teilzeit für die LFH. Die Einsätze können ganz unterschiedlich sein. Entweder wird dringend Hilfe auf einem Hof benötigt weil die Bäuerin ausfällt oder die Landfrauenhilfe unterstützt langfristig , wenn eine Bäuerin im Alter die anstehenden Arbeiten einfach nicht mehr bewältigen kann oder eigentlich in Kur sollte und dank dem Zusammenspiel mit der LFH zuhause bleiben kann.

Auch nach einer OP oder bei einer Schwangerschaft springt die Landfrauenhilfe ein. Die Einsätze unterscheiden sich auch oft in Bezug auf die Dauer. Entweder eher kurzfristig aber intensiv (4-5 mal pro Woche) oder über einen längeren Zeitraum von manchmal bis zu einem ½ Jahr.

Als Koordinatorin stellt Bea jeweils die neue Aufgabe in einen Chat und die Person, welche freie Kapazitäten hat, meldet sich. Die Frauen sind ein eingespieltes Team, manche sind schon viele Jahre bei der LFH. So kann sich Bea auch die Aussage «geht nicht, gibt’s nicht» erlauben. Sie kann sich auf ihre Frauen 100%-ig verlassen, ist sehr dankbar für die tolle Zusammenarbeit und weiss, wenn es wirklich brennt steht eine zur Verfügung. Als sie die LFH übernommen hat, wurden 7-8 Familien gleichzeitig betreut – heute sind dies rund 25. Durch beharrliche Netzwerkarbeit, gut organisierte Einsätze, top Arbeitsleistungen der Helferinnen und viel Herzblut, entwickelte sie die LHF auf das heutige Niveau. Bea hatte grosse Fusstapfen zu füllen, denn Margrit Berger, die Urmutter und Gründerin der LFH und das Gotti von Bea’s Schwester, wollte sie auf keinen Fall enttäuschen.

Die Wichtigkeit der LFH hat sie schon als Kind kennengelernt und gibt diese Werte auch gerne an ihre eigenen Kinder weiter. Bea meint: «Die Kinder wissen, dass ich die Einsätze manchmal kurzfristig organisieren muss und haben Verständnis dafür. Ich möchte, dass sie lernen, dass Menschen sich gegenseitig unterstützen und dafür nicht immer eine Gegenleistung erwarten».

Dass die LFH heute mehr Einsätze als früher tätigen kann liegt auch daran, dass sich die Bäuerinnen und Landfrauen vermehrt trauen um Hilfe zu fragen. Früher teils undenkbar ist Bea Buess froh, dass sich das gewandelt hat. Keine Frau sollte nebst Haushalt, Kinder begleiten, Hof- und Gartenarbeit auch noch eine Verletzung oder Krankheit auskurieren müssen. Genau dafür gibt es die LFH. Zudem ist die rasche Reaktionszeit und die unbürokratische Hilfestellung die grosse Stärke der LFH. Wie eingangs erwähnt, vertritt Bea die Haltung «geht nicht, gibt’s nicht» und so ist es ihr persönlicher Ansporn, jeweils innerhalb von 48h eine Lösung für die Bauernfamilie in Not gefunden zu haben.

Bei manch einer Organisation wäre das absolutes Wunschdenken. Unkompliziert, mit kurzen Entscheidungswegen, jahrelanger Erfahrung, mit fairen Bedingungen und mit grosser Menschlichkeit werden Lösungen geboten.

Aufgaben von Bea Buess umfassen unter anderem folgendes:

Konkrete Einsätze

  • Entgegennahme der Anfrage
  • Koordination des Einsatzes
  • Ausstellen der Auftragsbestätigung

Sonstige Aufgaben

  • Betreuung der Angestellten
  • Stundenzettel weiterleiten
  • Netzwerkarbeit mit anderen Diensten im Kanton
  • Regelmässige Treffen (regional, national)

Wichtig ist auch der Austausch mit Claudia Brodbeck vom Bauernverband. Die LFH steht für die hauswirtschaftlichen Einsätze und beim Bauernverband kann Unterstützung für landwirtschaftliche Belange angefragt werden.

Eine grosse Herausforderung ist für Bea die Abdeckung der Einsätze in den Sommerferienwochen. Jede helfende Hand ist willkommen. Auch wenn jemand «nur» eine bedingte Zeit abdecken kann, tritt Bea gerne mit den Frauen in Kontakt. Falls Sie sich also für eine LFH-Karriere interessieren, melden Sie sich doch bei ihr.

Bea Buess muss (selten) auch mal einen Einsatz ablehnen. Die Landfrauenhilfe leistet weder Nacht- noch Wochenend-Einsätze. Auch der alleinerziehende Papi muss sich an eine andere Stelle wenden, nicht umsonst heisst das Angebot LandFRAUENhilfe. Es ist eine sehr wertgeschätzte Arbeit, es entstanden auch schon Freundschaften und die Frauen sind sehr flexibel. So können sie während 2-3 Monaten nur 3h pro Woche übernehmen um dann wiederum 20-30 Stunden in einem Monat zu arbeiten. Das Motto von Bea gilt nicht nur für die Einsätze, sondern auch für die angestellten Helferinnen. Und von genau von so einer Helferin berichten wir im nächsten Porträt.

Kontakt Bea Buess – Kontakttelefon 079/417 17 98 oder per Mail landfrauenhilfe@gmx.ch

Text: D. Steiner www.oxygono.ch

25.08.2022

Aus unseren Reihen stellte sich bereits vor…