Wunsch zum Muttertag

Von Helen Imhof aus Balterswil im Thurgau – aktuelle Kandidatin der Landfrauenküche 2022:

«Zum Muttertag habe ich einen Wunsch: Dass Mütter sich nicht mehr vergleichen, sondern vielmehr offen miteinander reden, einander unterstützen und wertschätzen. Ich wünsche mir, dass wir Mütter uns ohne schlechtes Gewissen Pausen gönnen, Fehler machen dürfen und unsere Arbeit selbst wertschätzen.

Ich empfinde das Muttersein auf einem Landwirtschaftsbetrieb als besonders herausfordernd. Ich bin gefordert, die Arbeit im Haus und auf dem Hof unter einen Hut zu bringen. Mich begleitet oft ein schlechtes Gewissen, nicht allem gerecht zu werden. Nicht selten hat man das veraltete Bild vor Augen, wie Bauernfrauen hart arbeiten, einen perfekten Haushalt führen, einen grossen Garten pflegen und nie Pausen machen.

Mütter sind Alltagsheldinnen, die unersetzbar sind. Sie sind multifunktional und anpassungsfähig.

Mütter wollen stets das Beste für ihre Familie, wollen allen gerecht werden und vergessen sich dabei oft selbst. Sie wollen umarmt oder getröstet werden und brauchen Zeit mit ihrem Partner – ohne Kinder. Mütter müssen nichts, obwohl sie immer das gegenteilige Gefühl haben. Sie dürfen Hilfe annehmen und Schwäche zeigen. Sie müssen nicht alles allein schaffen.

Mütter dürfen schlecht gelaunt und traurig sein, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und heimlich Schokolade essen.

Vielleicht ist der Muttertag der Tag, an dem wir Mütter uns selbst danke sagen, uns selbst wertschätzen und uns selbst beschenken sollen.

Ein Geschenk muss nicht immer materiell sein. Ein Geschenk kann auch Zeit sein, liebe Worte der Anerkennung und Wertschätzung, eine herzliche Umarmung, Hilfsbereitschaft und Unterstützung.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Muttertag.»

Quelle: Thurgauer Bauer; Textveröffentlichung: in Absprache mit der Autorin Helen Imhof, Bauernfrau und Mutter, 08.05.2022

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